Bluesradler geht on tour

    • Da es nach New Orleans etwas weit war hab ich ab Jackson den Zug genommen.
      In New Orleans wurde ich im Hostel erst mal zum BBQ eingeladen. Abends gings erst mal auf dir Frenchmenstreet um ein paar lokale Bands zuhoeren.
      Gestern hat das Festival mit Den Iguanas und James Cotton begonnen.
      Wie erwartet sind auch viele meiner Bekannten der letzten beiden Wochen und Bekannte die ich vor 4 Jahren in Chicago kennen gelernt habe.
      Da das Festivals hier schon gegen 20:30 aufhoeren gings danch noch zu Nicky Hill.
      Heute faengt der Spass schon ab 11:00 an was heisst das ich mich jetzt beeilen muss
      Gruss Jaap
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      Radfahren ist Vernunft, Blues ist Leidenschaft 8)
    • Mit etwas Verspaetung der Bericht von Samstag und Sonntag.


      Samstag startete mit Reverend John Wilkins. Und wie der Name schon vermuten laesst gabs eine feine Gospelshow. Bei solchen Predigern wuerde selbst ich ab un zu in der Kirche auftauchen.
      Blind Boy Paxton ist weder blind noch annaehernd so alt wie die Nummern die er spielt. Der Junge ist Mitte 20 und spielt Ragtime und Countryblues von 1920-30. Und das verdammt gut. Weder am Gitarren, Fidel oder Banjospiel gibt`s viel auszusetzen. Gesang und Mimik setzen dem ganzen noch die Krone auf.

      John Mooney und Sonny Landreth demonstrierten dann dass man Slide ganz unterschiedlich spielen kann.. Mooney eher traditionell und bluesig, Sonny eher technisch und rockig.

      Shemekia Copeland war mal wieder richtig gut.

      Was man von Johnny Lang nicht sagen kann. Den hab ich mir 10 min angehoert und mich dann richtung Frenchmenstreet begeben.
      Miriam, Daniel und ich hatten dann auch noch viel Spass bei Dana Abbott und haben mal wieder schoen die Hueften geschwungen.

      Sonntag morgen war echt hart. Da isz man kaum wach und Ed Perkins spielt schon wieder feinen tanzbaren Blurs und Doul. Da meine Tanzpartner noch alle fehlten konnte ich auch mal aussetzen ohne das es auffiel.
      Bei Cedric Burnside ging das natuerlich nicht, auch wenn das jetzt das 3 mal waehrend dieser Reise ist.

      Jonathan Boogie Long sagte mir gar nichts. Was sich mit diesem Konzert schlagartig geaendert hat. Feines Powerbluestrio mit gutem Gitarristen. Und der junge Herr hat das was vielen der Gitarrenhelden fehlt naemlich eine gute Stimme und das Gefuehl fuer Blues. Ich hoffe von dem Jungen hoert man noch mehr. Da der aber ab April mit BB King touren darf sollte das seinen Bekanntheitsgrad deutlich erhoehen.

      The Lee Brothers kommen aus der kirchlichen Ecke. Nur gibts bei den Herren keinen Gospel zu hoeren sondern sehr dynamischen Blues. Wie bei den Campbell brothers darf natuerlich die pedal steel gitarre nicht fehlen. Die Mukke ging ordentlich in die Beine. Und als die dann noch anfingen Blues Brothers zu covern gabs kein halten mehr. Ich bin gespannt. wieviel Videos von Daniel und mir im Netz auftauchen.

      Zum Abschluss gabs dann mit Mighty Sam McClain noch mal ruhigen souligen Blues der Extraklasse. Der Herr hat einfach Ausstrahlung.

      Zum Schluss gings dann noch mal in die Frenchmenstreet. Wo Andy J. Forrest mit Jack Holt spielen sollte was feinsten Westcoast Blues versprach. Den gabs auch, nur mit Benny Maygarden an der Harp. Das haben wir aber erst zum Schluss erfahren so das meine deutschen Bekannten sich das ganze Konzert gefragt wie der Herr Forrest sich in 4 Jahren so stark veraendern kann. :wacko:

      Jetzt sind erst mal 3 Tage radeln angesagt und dann gehts zu Tab Benoit. :thumbup:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Jaap ()

    • Es gibt Tage von denen kann man nur traeumen. Heute war so einer. Strahlend blauer Himmel 25C und endlich mal einen Inder gefunden. Und der war so gut das ich richtig zugeschlagen habe. Danach erst mal 2h unter einen Baum gelegt.
      Dann gings zu Tab Benoit. Und das hat sich wirklich gelohnt. Sehr schoenes Konzert. Viele eigene Sachen und die ein oder andere Hymne ueber Louisiana. Das Konzert war richtig gut besucht
      Ob es daran lag das es gratis war oder der Herr sehr bekannt ist kann ich nicht sagen.

      Da eine Freundin mich schon seit Jahren bittet hr bescheid zu sagen wenn Tab Benoit nach Deutschland kommt hab ich den Herren mal direkt gefragt wie die Chancen stehen.
      Die Antwort war "Ich hab das einmal gemacht und das hat sich nicht gelohnt. Aber wenn ihr mich fest bucht dann gerne"

      Also wer noch einen guten Blueser sucht, der Tab kommt gerne. Und dann hoert vielleicht auch Conny mit der ewigen Fragerei auf.
      Und jetzt gehts Richtung Austin und vielleicht kann ich unterwegs noch etwas Cajun oder Zydeco hoeren.

      Gruss Jaap
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    • Etwas Cajun und Zydeco finden war das Ziel und jetzt hab ich 2 Tage wunderbare Festivslstage hinter mir und heute bin ich fuer 2 weitere Konzerte eingeladen. Und das alles mit weniger als 20km radeln.
      Das schoene an dem Blackpot Festival war die Atmosphaere. Das Festival findet in einem Freiluftmuseum statt der in einem schoenen gruenen schattigen alten Park liegt.
      Und getanzt wird hier das ganze Festival und zwar jeder mit jedem. Wer mich kennt sollte meinen das ist genau das richtige fuer. Aber da ich nie einen Tanzschule besucht habe tu ich mich bei klasischen Taenzen doch relativ schwer.
      Aber zum Glueck gabs mit Little Freddie King auch Blues. So das ich meine taenzerischen Faehigkeiten zeigen konnte.
      Im Anschluss an das Festival gabs an vielen Lagerfeuern Musik bis spaet in die Nacht.

      Sollte also jemand von euch Cajun und Zydeco moegen dann nix wie ab zum Blackpot nach Lafayette.

      Gruss Jaap
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    • Da haette ich doch fast vergessen zu erzaehlen dass mich am Montag ein 3-facher Grammygewinner so einfach anhaelt.
      Da radelt man ueber eine kleine Landstrasse und wird von einem Herren angehalten der begeisterter Radfahrer ist und einem erstmal den Weg erklaert.
      Waehrend des Gespraech stellt sich heraus das er auch mal laengere Zeit in Deutscland war um Musik zu machen. Ich hab im dann erzaehlt das ich wegen der Musik hier bin und gerade vom Blackpot Festival komme. Er meinte mit den meisten der Jungs habe er schon zusammen gespielt. Und uebrigens spteche ich mit Murnel Babi neaux einem 3-fachen Grammy award Gewinner. Der Junge war total begeistert von meiner Tour und eigentlich wuerde gerne mit mir zusammen einen Tag radeln und er haette ja auch eigentlich frei. Nur sein Kolleg sei krank geworden und er muss het abend noch nach New Orleans um zu arbeiten. Tja nur nicht als Musiker sondern als Ingenieur im medizin
      ischen Bereich.
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    • Houston nennt sich selbst Capitol of live music. Und wenn man in die lokale Zeitung schaut dann kann man das auch glauben. Ueberall Anzeigen von Clubs und Cafes wo Konzerte statt finden.
      Ich war Sonntag bei JT Coldfire einer der lokalen Texasbluesgitarristen. Guter Gitarrist und mit Michael Davila einem sensationell guten, jungen Drummer.
      Montag gings ins Antone's zum Finale der lokalen IBC Qualifikation. Und da wurde richtig guter Blues geboten.


      Speziel der Nachwuchs war richtig gut. Und vor allem hatten sich beide Bands zum Punkt Buehnenpraesentation richtig was einfallen lassen. Jetzt weiss ich auch endlich wieso Cowboystiefel so spitz sind. Damit Keyboardspieler auch mit den Fuessen die richtigen Tasten treffen.
      Gewonnen hat Brimstone mit Texasblues. Ariel and the Charmets waren deutlich älter, musikalisch auch deutlich weiter, aber mit Blues hatte das wenig zutun. Das fiel unter Funk und Soul.

      Bei den Solos/Duos gings deulich ruhiger zu. Patrick Ford war mit seinen guten eigenen Songs vielleicht etwas zu ruhig.
      Und so ging der Sieg an Picket/Searcy Coalation die mit feinem Deltablues gutem Gesang und gutem Fingerpicking ueberzeugen konnten.
      Bei den Bands gabs 3 Trios zu hören.
      Trent Turner ist ein klasse Gitarrist im Stil von Steve Ray Vaughn und das war vielleicht auch auch sein Problem, weil Gewinner Rafael Espinoza der musikalich sicher nicht besser war, hatte aber definitiv seinen eigenen Stil. Klassischer Fall von Killergitarre.
      Das Twilight Trio hatte bei soviel Gitarrenpower keine Chance mit ihrem sehr ruhigen und stark auf gutem Gesang geprägten Stil.
      Es war auf jeden Fall interessant mal bei so einer Veranstaltung dabei zu sein.

      Gestern gabs dann eine besondere Begegnung. Als ich beim Denkmal von Steve Ray Vaughn ein Foto mache, kommt ein anderer Radler vorbei. Und wie nach kurzem Gespräch herraus stellte war der Herr auch Bluesfan. Die Einladung zu einer Tasse Kakao hab ich dann auch gerne angenommen
      Daraus resultierte dann ein Gespraech bis tief in die Nacht.
      Die Einladung heute mit ihm zu einem Konzert zu gehen konnte ich leider nicht annehmen, weil die Idee von ihm nach Houston den Zug zu nehmen leider nicht funktionierte, da es keinen direkten Zug gibt. Und über San Antonio zu fahren macht keinen Sinn wenn nur jeweils ein Zug pro Tag fährt.
      So fahre ich die letzten 300km auch noch Rad.
      Auch wenn das Fahrrad keine Lust mehr hat und deutliche Zeichen von Verschleiss zeigt.
      Und so hab ich dann auch noch 2 Tage Zeit um zu beschliessen, ob ich zu Gove Mule oder John Cleary gehen soll
      Die spielen naemlich beide Samstag um 8.

      Ihr könnt euch ja mal überlegen von welchem Konzert ihr lieber einen Bericht hören wollt.

      Gruss Jaap
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    • Heut war einer der Tage die man nicht braucht.
      Da rollt man ganz gemuetlich nen Huegel runter, ein entgegen kommender Pick-up der links aobbiegen will bleibt brav stehen. Von der anrollenden Motorradgruppe bremsen die ersten ab, einer pennt muss dann viel zu hart ab und steigt vom Motorrad ab.
      Zum Glueck war der aeltere Herr ansprechbar und konnte auch Haende und Fuesse bewegen. Wenn er Glueck hat er dann duerfte er nur ein paar Knochen gebrochen haben.

      Das ganze passierte frueh am morgen da ist der ganze Tag im Arsch.

      Gruss Jaap
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    • Eigentlich wollte ich ja zu John Cleary aber um Mulehead und die Maultierherde an der ich gestern noch vorbei geradelt bin nicht zu Enttaeuschen hab ich mich doch fuer Gov't Mule entschieden.
      Und auch fuer einen Blueser wie mich lohnt sich das. Die Solis von Warren sind einfach gigantisch. Und wenn der Herr dann noch meint in Texas muss man Blues spielen und dazu zum Ende des 1. Sets und zur Zugabe Hook Herrera auf die Buehne holt. Dann kann man nur sagen "Hey Hey the blues is alright" und damit hat das Konzert auch geendet.

      Morgen gibt es noch mal einen ganzen Tag Blues for Food.
      Eine Wohltaetigkeitsveranstaltung. Und da das ganze 20km vom Stadtzentrum statt findet wird vermutlich das Fahrrad ein letztes mal zum Einsatz kommen.
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    • Blues for food war noch mal richtig nett. Auch am letzten Tag richtig guter Blues..
      Damit ist diese Reise offiziel beendet.
      Ob es eine Traumreise war?
      Auf der einen Seite ja und auf der anderen Seite nein.
      Klar war es toll 14 Wochen Zeit zu haben um Blues zu hoeren und Rad zu fahren.
      Aber auf der anderen Seite mach ich beides schon so lange das es sich nur wie ein sehr langer Urlaub war.

      Und die naechsten Blues/Radreisen hab ich schon im Hinterkopf.
      Vielleicht wechsle ich mal das Genre und beteilige mich bei cyclingzydeco.com
      Das schoenste an der Reise war viele alte und neue Freunde getroffen zu haben.

      Ab jetzt beginnt wieder der Alltag und das heisst Mittwoch gehts nach Luzern zum Bluesfestival. :thumbup:

      Davon wird seperat berichtet weil dieser Thread wird jetzt geschlossen. ( Natuerlich duerft ihr noch gerne antworten)

      Gruss Jaap
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