Schöppngen 2017 - Der Samstag

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    • Schöppngen 2017 - Der Samstag

      Schöppingen 2017 - 3. Juni - Der Samstag


      Nach dem kalten Festival im Jahr 2016 blickten alle BluesRoader kurz vor Pfingsten wieder ständig auf die Wetter-Apps.
      Wie wird es dieses Jahr? So toll waren die Vorhersagen nicht aber es sollte wesentlich wärmer werden. Nach dem die Zimmer
      im Hotel Winter in Eggerode bezogen waren und das erste Getränk eingenommen war ging es dann gegen 14:00 Uhr nach
      Schöppingen wo wieder ein prall gefülltes Programm auf uns wartet. Richard Hölscher hat wieder 12 Bands ins Münsterland geholt.
      Die Auswahl von bekannten Musikern bis hin zu weniger bekannten Bands deutet auf zwei interessante Tage hin.



      Chubby Buddy (SUI)



      Der aus der Schweiz kommende Opener besteht aus dem Gitarristen und Sänger Marc Amacher,
      dem Drumer Jens Golücke und dem Bassisten Martin Ziaja, sie treten als Chubby Buddy auf.
      Der Leader bezeichnet seine Musik selbst als Roots & Blues und so ist auch sein neues Album betitelt.
      In der Schweiz hat sich die Band in der Blues Szene hauptsächlich durch ihre Live Auftritte schon einen
      Namen erworben. Jetzt treten sie das erste Mal im nördlichen Teil Deutschlands auf.
      Marc Amacher spielt Gitarre und Harp und singt mit einer rohen, rauen Stimme.
      Jens Golücke ist mit Martin Ziaja für den Groove zuständig die beiden zusammen sorgen für den
      richtigen Rhythmus.Das Konzert verläuft rockig und bluesig und sehr emotionell.
      Eine sehr schöne Eröffnung die auf ein tolles Festival hoffen lässt.



      Future Thieves (USA)



      Die aus Nashville stammenden fünf Muiker bieten laut Vorankündigung Indie-Rock, Rock und Americana.
      So ist es denn auch, Blues findet bei den Musikern kaum statt. Dies Band mit viel
      Psychedelic Rock gefällt mir und den meisten BluesRoadern gar nicht. Besetzt mit Schlagzeug,
      Bass und drei Gitarren findet jedoch gerade beim jüngeren Publikum einige Anhänger.
      Bei den alten Bluesstrategen kommt die Band jedoch weniger an.


      Grace Love & Band (USA)



      Seit zehn Jahren ist Frau Love berufsmäßig in Sachen Bluesmusik unterwegs.
      Ihre durch die Kirchenmusik geprägte Stimme ist einmalig. Neben der Kirchmusik
      ist sie auch von Soul und RocknRoll Musikern wie Ray Charles stark beeinflusst.
      Die Künstlerin die ihre Mucke bisher nur auf Vinyl herausgebracht hat, schreit
      schnurrt und singt inbrünstig ihre Songs auf der Bühne am Vechtebad. Die stark
      durch den Gospel inspirierte Musik wird durch eine hervorragende Band unterstützt.
      Ein sehr starkes Konzert, das sowohl bei dem Publikum als auch bei den Roadern sehr gut ankommt.




      Indigenous (USA)



      Lt. Ritchie Hölscher hat er sechs Jahre gebraucht um diese Band endlich nach Schöppingen
      zu holen. Indigenous bedeutet „Indigene Völker“ Nachkommen von den Ureinwohnern.
      Alle Mitglieder der Band sind Native Americans aus Nakota aus South Dakota. Die Mitte
      der 90iger Jahre von Mato Nanji und seinem Bruder Pte, gegründete Band hat unüberhörbar
      in Stevie Ray Vaughan und Jimi Hendrix Vorbilder. Vom letzteren wurde ein erstklassiges
      Cover von “Red House“ gespielt. Der erstklassige Gitarrist und Sänger Mato Nanji ist bis
      heute ein Teil von Indigenous. Er wuchs im Sioux (sprich: Sou) Reservat Yankton auf und
      engagiert sich sehr stark für die Belange der Native Americans. Ein starker BluesRock Gig
      eines Power Trios mit Douglas Platero am Schlagzeug und Bronson Begay am Bass.
      Als Höhepunkt wurde ein erstklassiges Cover von “Red House“ gespielt.



      Walter Wolfman Washington & The Roadmaster (USA)



      Nach einem sehr heftigen Regenguss musste erst die Bühne trocken gewischt werden bevor
      der 1943 in New Orleans geborene Walter Wolfman Washington die Bühne betreten kann.
      Auch seine musikalische Laufbahn hat in der Kirche in einige Gospel Chören begonnen.
      Der Neffe von Guitar Slim und Lightnin‘ Slim ist ein Bluesmusiker der alten Schule.
      Wolfman lebt heute noch in der Hafenstadt am Mississippi und seine Musik ist von dem
      musikalischen Schmelztiegel dieser Stadt beeinflusst. Der Mann spielt eine gute Gitarre,
      kommt ohne spektakuläre Gesten und Gehabe aus. Seine Stimme passt wunderbar zu den Stücken.
      Hier zeigen sich 50 Jahre Bühnenerfahrung. Herrlicher New Orleans geprägter R&B mit einem
      großen Anteil an Funk und Soul, getragen von einer erstklassigen Band erklingt am Samstagabend in
      Schöppingen. Die Roadmasters treten als Sextett auf mit dem Chef an der Gitarre und Gesang,
      Bass und Gesang, Keyboards, Schlagzeug, Saxophon und Trompete auf. Ein sehr guter Vortrag
      dargeboten von einem Könner, einer Ikone des Genres.
      Große Begeisterung bei den Festivalbesuchern und dem Verfasser dieser Zeilen.



      My Baby (NL/NZ)



      Zu dieser Band, die mit ihrer Krautrock ähnlichen Psychedelic Mucke eher auf das Burg Herzberg Festival passt, fällt mir nichts ein.





      Das war der erste Tag, der Samstag in Schöppingen. Bis auf einen richtig heftigen Schauer war das Wetter zufrieden stellend. Die Roader machen sich dann kurz nach Mitternacht auf den Weg ins Hotel.
      John