Schöppingen 2017 - Der Sonntag

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    • Schöppingen 2017 - Der Sonntag

      Schöppingen 2017 - 4. Juni - Der Sonntag



      Zwar zeigt sich am zweiten Tag das Wetter anfänglich auch nicht gerade von der besten Seite
      aber trotzdem ziehen die Roader am Sonntagnachmittag optimistisch in Richtung Festivalgelände.
      Voller Vorfreude auf die nachfolgende Bands wird erst mal dem Kulinarische gefrönt bevor anschließen
      die Blues-Nahrung zu sich genommen wird.



      The Grand East (NL)



      Sie nennen ihre Musik selbst “Rock’n’Soul“ vorgetragen wird da Ganze mit viel Energie und Enthusiasmus.
      Stark an die Doors angelegte Mucke vorgetragen von einem Frontmann, der jeden Moment zu explodieren scheint.
      Dies fünf jungen Männer aus den Niederlanden geben vom ersten Moment an Gas und legen ständig noch einen drauf.
      Zwar ist um diese Zeit das Festivalgelände noch nicht annähernd voll doch die Zuschauer die schon da sind,
      sind hin und weg. Im Jahr 2016 erschien das Debütalbum "Movano Camerata" und im Jahr 2017 macht die Band
      eine Tour durch ausverkauften Locations in den Niederlanden.
      In der Besetzung Gesang und Harp, Gitarre, Bass, Keyboards und Drums schaffen es die Musiker
      schon als Eröffnungsband die Stimmung richtig einzuheizen.



      Delgres (F / Guadeloupe)



      Es gehört beim Grolsch Blues Festival dazu, dass immer wieder Künstler aus Afrika zum Line-up gehören.
      Liegen doch die Wurzeln der Bluesmusik in Afrika und kamen mit den Sklaven in den Süden der USA.
      Delgres sind drei Musiker aus Paris die sich mit Haut und Haaren dieser Musik verschrieben haben.
      Sie verbinden den Delta-Blues mit der Karibik und Afrika. Pascal Danae spielt Gitarre und Dobro,
      singt dabei, am Schlagzeug Baptiste Brondy und Rafgee spielt das Sousaphone. Ein sehr intensiver, rhythmischer,
      betörender Sound schwebt an diesem Nachmittag über das Festivalgelände und bringt viele Besucher schon
      früh zum Tanzen. So hat man den Blues, im positiven Sinn selten gehört.
      Mal wieder eine gelungene Überraschung in Schöppingen.


      AJ Ghent Band (USA)



      AJ Ghent und Band geben in Schöppingen beim Blues Festival ihr Europa Debüt. Nicht nur die Roader sind auf diesen Auftritt gespannt. „Neo Blues“ nennt die aus Atlanta (USA) kommende Band ihre Musik. Eine Mischung mit funky Grooves, hippen Beats und Elementen der Electronic Dance sollen wir zu hören bekommen. AJ Ghent spielt virtuos die achtseitige Slidegitarre, Schwester Tiffany bedient die Percussion und singt, Ehefrau Marla singt ebenfall und spielt Keyboards.Weiterhin wird die Band von Javares Dunn an den Drums begleitet. In der Musik finden sich Prince, James Brown, und andere Soulmusiker wieder. Ein Mix der mit Sampels unterstützt wird. Ein Auftritt der viel Spaß gemacht hat.


      Ruthie Foster (USA)



      Pünktlich, wie in Schöppingen üblich, startet um viertel nach sieben Ruthie Foster ihr Programm. Obwohl die Musikerin schon im letzten Jahr hier aufgetreten ist oder vielleicht gerade deshalb, wird sie stürmisch begrüßt. Jetzt gibt es traditionellen Blues in kleiner Besetzung. Teilweise stark an Gospel angelehnte Musik, dargeboten von einem Trio. An der neuen aus Memphis stammenden Gitarre und für den Leadgesang zuständig ist die Chefin. Begleitet wird sie von der Schlagzeugerin Samantha Banks und dem Bassisten Larry Fulcher. Beide erweisen sich auch als sehr gute Chorsänger. Dieser emotional sehr bewegende Auftritt der hervorragenden Interpretin sowohl an den Vocals als auch an der Gitarre ist für mich der absolute Höhepunkt an diesem Pfingstwochenende. Diese sehr strukturierten in einer angenehmen Lautstärke vorgetragenen Bluessongs sind die Krönung des Festivals. Selbst bei a-capella vorgetragenen Stücken lauscht das Publikum andächtig der Protagonistin. Die „“Rock'n Roll“ Schreier sind verstummt und ein Superkonzert nimmt seinen Lauf – Klasse!!!


      Eric Gales (USA)



      Eric Gales beginnt den Auftritt am Vechtebad mit einem Statement gegen die jüngsten Anschläge in der Welt und er fordert die Besucher zu einer Schweigeminute für die Opfer des Anschlags in London auf. Danach geht es dann um so lauter weiter. Was ist das? BluesRock? Eric Gales ist ohne Zweifel ein guter Sänger und ein exellenter Gitarrist. Mit brachialer Gewalt zieht der Mann seinen Auftritt durch. Selbst für viele BluesRock-Fans kommt der Gig zu undifferenziert, zu laut und zu krachlastig rüber. Selbst die Stücke von der der neuesten CD, die eigentlich sehr gelungen ist werden so zerstört. Die Band, die mit Bassisten und Schlagzeuger und mit der Ehefrau an Percussion und Backgroundgesang besetzt ist, besteht aus Spezialisten und folgt ihrem Chef auf den Ton. Nur ist es eher ein aneinanderreihen an lauten Tönen. Das für BluesRock ausschlaggebende einer Rhythmusgruppe, dass auf den Gitarristen eingehen, ihn auffangen, antreiben usw. fehlt hierbei gänzlich. Für mich ein eher enttäuschender Auftritt des groß angekündigten Gitarrenhelden aus den USA.


      Doyle Bramhall II (USA)



      Gemäß Ankündigung kam der als Sideman von Eric Clapton bekannt gewordene Gitarrist gerade aus London, wo er mit dem Herrn Slowhand drei Konzerte gegeben hatte. Doyle Bramhall II ist Sänger und Gitarrist, stark beeinflusst von Stevie Vaughn. Die Sechsaitige bediente er u.a. bei den Fabulous Thunderbirds, Roger Waters und bei der Tedeschi Trucks Band. Der Mann beherrscht sein Instrument meisterlich.“Rich Man“ heißt sein neuestes im September 2016 erschienenes Solowerk. Wie auf dem Album ist auch das Konzert eine Reise durch verschiedene amerikanische Musikstile. Vom klassischem Blues über Rock, Jazz bis hin zur sphärischen Weltmusik spannt sich der Bogen. Bei dieser Band steht die Musik im Vordergrund, Keine langen Ansagen sind zu hören. Auch wenn hier kein puristischer Blues gespielt wird, kann die Band in der Besetzung Doyle Bramhall II (voc, git,) Ted Pecchio (bs, voc) , Anthony ‚AC‘ Cole (dr, sax, voc) , Adam Minkoff (git, keys, dr, voc) . Starker Applaus für den Schluss-Act des Grolsch Bluesfestes 2017.






      Es war wieder sehr schön zu Pfingsten in Schöppingen. Sowohl das zusammentreffen der Roader als auch das Blues-Fest. Danke noch mal an Ritchie Hölscher, die Road hat sich wieder wohl gefühlt im Münsterland






      …. und tschüss bis 2018.

      John