Richard Koechli & Blues Roots Company - Parcours 2018


  • Abgesehen davon, dass der Schweizer Sänger / Gitarrist seit einem Vierteljahrhundert das Blues-Genre erforscht und intensiv mit seiner 'Blue Roots Company' tourt, findet er auch Zeit zu produzieren, Workshops zu geben und Musikbücher und Filmmusik zu schreiben.

    Er versuchte sich auch in der bahnbrechenden Musik der Afro-Amerikaner, die auch sein Gitarrenspiel beeinflusste.

    Seine Slide-Gitarren-Technik entspricht der der Vorkriegs-Gitarrenhelden.

    Nicht umsonst widmet er auf diesem achten Album einen Song speziell Tampa Red, dem "The Unsung King", einem Slidegitarristen, der lange in Florida blieb, bevor er nach Chicago zog.

    Der vielseitige Koechli schrieb ein Buch darüber in der Hoffnung, dass dieser Gitarrenvirtuose nicht mehr eine Fußnote in der Bluesgeschichte bleiben würde.

    In diesem abwechslungsreichen Album bringt er weitere Auszeichnungen wie ua J.J. Cale in den wehmütigen 'Just Look What You Have Done'.

    In "Blue Collar Worker", mit bluesharp Begleitung, huldigt er den Tagelöhnern, die sich für den Komfort späterer Generationen mühen.

    Und das grübelnde "Of Em Glische Grond Schtah", mit einem schwülen Bassrhythmus, erscheint als ein spätes Dankeschön an seine Eltern und sein Geburtshaus.

    In einigen von Richards Kompositionen finden Sie den gleichen entspannten Rhythmus wie bei J.J. Cale zum Beispiel in dem sorglosen "I Got Life" oder in dem bluesigen "Pedro", einer Anklage und verschleierter Wut gegen Kinderarbeit.

    Seine Frau Evelyne überreichte ihm den Text.

    Die Begleitband "Blue Roots Company" bereichert das abwechslungsreiche Gitarrenspiel von Richard mit Blues Harp, Hammond, Bass und Drum.

    Gastmusiker und Vocals treten auch der Company bei, unter anderem im folkigen "Irish Man", wo Geige, Irish Flute, Dudelsack und Backing Vocals das Lied sozusagen zur Hymne erheben.


    Alle Songs stammen von Richard selbst auf einem Cover von Willie Dixon nach.

    Mit seiner rauchigen Stimme singt er über alte Dämonen, Freundschaften, Liebe, Mutter Natur und seinen alten Professoren, meist in Englisch, gelegentlich in Schweizer Dialekt oder Französisch, wie die verträumte „Le Jardin de Tes Sens "oder in der verletzlichen 'Merci', in der er als Student nicht immer der einfachste zugibt.

    Richard wechselt seine Gitarre mehrmals, was seinen Stimmungen immer eine unverwechselbare Farbe verleiht, aber immer warm und gefühlvoll.

    In der Art, wie er Slidegitarre spielt, erinnert er manchmal auch Mark Knopfler oder Ry Cooder.

    Dennoch behält er immer seinen eigenen Stil, indem er sich auf melodische, elegante Verspieltheit oder auf die Tristesse von Erinnerungen stützt.

    Nicht nur die Musik Chicagos inspirierte ihn, sondern auch New Orleans.

    Mit dem Song "New Orleans" beweist er, dass er auch ein gutes Mojo im Blut hat.

    Die Schweizer können auch Zuhörer zum Lächeln bringen oder sie bewegen.

    Und er bleibt als Studiomusiker verfügbar, der "mit den Bad Boys weint".

    In seinem eigenen Land wurde er bereits mehrfach geehrt und sein "lässiger" Stil wurde bewundert.

    Die Tatsache, dass er nicht häufiger auf dem Festival-Circuit außerhalb der Landesgrenzen und in Frankreich auftaucht, liegt wahrscheinlich an seinem Terminkalender und nicht an seinem Kurs.

    Auch in diesem Album können Sie hören, wie tief Richards Songs in der Tradition der Blues-Pioniere verwurzelt sind und wie seine eigene Seele mit ihren verwandt ist.