Beiträge von Thomas

    Insgesamt betrachtet ein tolles Festival mit hervorragenden Rahmenbedingungen, Organisation, Wetter, sanitäre Einrichtungen,...

    Wir haben die Band of Heathens und die Altered Five Blues Band als beste Acts ausgemacht. Auch gefallen haben uns RBB, Patrik Jansson, Lachy Doley, Hamish Anderson (leider nicht komplett gesehen) und teilweise Jeremiah Johnson. Juzzie Smith war der perfekte Auftakt für den zweiten Tag.

    Harper and the Midwest Kind war für uns eine große Enttäuschung. Immer der gleiche Grundgroove, jeder Song klang gleich. Bei Lucky Peterson sind wir nach 45 Minuten gegangen, das sagt eigentlich alles.

    Colonel Jetski beim Guitar Heroes Festival


    Am Abend zuvor lieferten Colonel Jetski einen begeisterten Auftritt beim Guitar Heroes Festival in Joldelund ab (siehe Video). Auf ihrer Rückreise in die Niederlande legten sie einen Pitstopp in Bremerhaven ein, um dort ein "Nachmittagskonzert" in der urigen Raucherkneipe "Crossroads" zu geben. Dort fanden sich immerhin 50 Musikfans ein, sofern wir das angesichts der dichten Rauchwolken in der Stube beurteilen konnten. Die sollten ihr Erscheinen nicht bereuen, denn Sänger Phil Bee, u.a. King Mo und Phil Bee's Freedom, scharrte Hollands Musikerelite um sich, um zusammen einen bunten Strauß Musik zu entfachen. Treibender Texasshuffle, tanzbarer Rhythm & Blues und wunderschöne Balladen standen auf der Agenda. Dabei demonstrierten die Protagonisten ihr hervorragendes musikalisches Können. Dauergrinser Bart Kamp zeigte bei "Have you ever loved a woman" ein Basssolo der Extraklasse und duellierte sich dabei mit Hollands großer Gitarrenhoffnung Guy Smeets. Der erst 19-jährige Seitenhexer ist trotz seines Alters schon einige Jahre im Geschäft und hat schon mit arrivierten Gitarrengrößen wie Henrik Freischlader oder Ben Poole auf der Bühne musiziert. Für Begeisterungsstürme sorgte auch Schlagzeuger Frank Duindam, der ein technisch höchst anspruchsvolles Solo hinlegte und dabei in puncto Schnelligkeit an die Grenzen des Machbaren ging. Dafür regnete es zurecht Konfetti von der Decke und Tastenmann Pascal Lanslots streute dazu passende Latin-Klänge ein. Bei der über 10-minutigen Zugabe brachten Colonel Jetski die Zuhörer noch mal richtig in Wallung und brachten die Stimmung auf den Siedepunkt. Nach 105 Minuten war dann endgültig Schluss und es bleibt zu hoffen, dass diese ausgezeichnete Band öfter in Deutschland zu sehen sein wird. Wir sind auf jeden Fall wieder dabei.

    Hier kurz meine Eindrücke zum Konzert:
    Ich habe Julian Sas noch nie so grandios erlebt wie an diesem Abend. Gut war er ja schon immer. Aber durch die Hinzunahme von Roland Bakker an den Tasten wurde es eine Offenbarung. Das neu arrangierte fast 18 Minuten lange „Blues for J“ geriet dabei zum emotionalen und harmonischen Höhepunkt. Julian spielte mit seiner Goldtop so klare und sanfte Tonfolgen über den von Bakker ausgerollten Klangteppich, dass selbst Dave Gilmoure anerkennend applaudiert hätte. Dazu ein glasklarer und transparenter Sound mit angenehmer Lautstärke, eine bestens aufgelegte und spielstarke Band, die 140 Minuten am Stück einen verregneten Montag in einen sonnigen Samstag verwandelt hat. Ich habe mir sogar spontan die Frage gestellt, ob ich jemals ein besseres Konzert in der Meise gesehen habe. Wir waren zu fünft, von allen gab es die Höchstnote!


    Da kann ich dir nur in allen Punkten zustimmen. Zusammen mit "King of the world" ist das "Dutch-Blues" der Extraklasse. Leider wahrscheinlich wieder kein Thema für Schöppingen, wo ja British und Dutch-Blues weitgehend nicht gebucht werden.
    Bei Phil Bee habe ich übrigens zwei tolle Youtube-Links in passabel Klangqualität vom letztjährigen Gig im Dortmunder Blue-Notez-Club angefügt. "All along the watchtower" wurde hier mal ganz anders arrangiert und "Old love" übertrifft die schon sehr gute Live-Version von King King. Da zeigt sich auch, warum John F. Klaver zurecht den Award als bester Gitarrist in Holland abgeräumt hat.



    Am Freitag, den 18.11. gastierte Aynsley Lister mit Band zum fünften Mal im sehr gut gefüllten Charlys in Oldenburg. Im Gepäck hatte ein sein tolles neues Album "Eyes wide open". Erwartungsgemäß eröffnete Lister das Konzert mit dem Opener dieses Albums "All of your love", gefolgt von der Pop Rock Nummer "Inside out", welches der Vorgängerplatte "Home" entstammte. Insgesamt ein guter Beginn. Dann folgte "Il grande Mafioso", schon auf der aktuellen CD ein Fremdkörper, gefiel mir live auch nicht besser. "Other part of me" konnte mich erst mal nicht von meiner Lethargie befreien. Dann kamen wieder zwei Stücke von der "Home" und zwar "Hyde 2612" und "Sugar". Habe ich mich etwas dran sattgehört und dann wurden beide Songs mit jeweils 10 Minuten Spielzeit sehr lange ausimprovisiert. Dann Pause. Den zweiten Set eröffnete Aynsley mit "Stay". Passabel, aber auch nicht gerade mein Lieblingssong von der "Eyes wide open". Dann kam ein über 10-minutiges Instrumentalstück, worin jeder Musiker zeigen konnte, was er konnte: Bass-Solo, Drum Solo, ein bisschen Klimpern. Klang so wie im Proberaum und nach den beiden viel zu langen Schlusssongs des ersten Sets völlig überflüssig. Danach spielte Aynsley nur noch Balladen und leider keinen weiteren Song mehr von der neuen Platte: "Early Morning Dew", war in jedem der letzten Lister-Gigs vertreten. Eigentlich ein guter Song, aber nicht wenn man auf einen "Punch" wartet. Dann das Muddy Waters Cover "Champagne and reefer", der meines Erachtens überhaupt nicht zu Lister passt. Dann wurde schon mit Purple Rain auf die Zielgrade eingebogen. Konnte mich dann auch nicht mehr ins Konzert zurückholen. In der einzigen Zugabe spielte Lister dann konsequenterweise eine Instrumentalversion von "Little Wing". Für eine schnellere Nummer wäre jetzt auch kein Platz mehr gewesen.
    Fazit: Da ich die eingangs erwähnten 5 Konzerte im Charlys alle gesehen habe, fiel dieses leider ab. Es war immer die Mischung aus rockigen und bluesigen Midtemposongs, die Lister Konzerte ausgezeichnet haben. Das hat leider dieses Mal gefehlt. Dennoch hat es wohl vielen im Saal gefallen, die Aynsley noch nicht so oft gesehen haben wie ich. Wenn ich aber ein starkes neues Album am Start habe, warum lasse ich dann so tolle Songs wie "Everything i have to give", "Time", Handful of doubt", "Right as rain" und vor allem den Übersong "Kalina" liegen. Mir ein völliges Rätsel. Laut Setlist FM waren es in Stuttgart immerhin sieben Songs vom neuen Album, daher scheint das Konzert in Oldenburg wohl nicht repräsentativ zu sein. Hoffentlich.

    Da kann ich dir nur in allen Punkten Recht geben. Verfolge seine Karriere auch schon seit den Neunzigern und habe ihn seither xmal live gesehen. Mit seinem Album HOME WAR sehr lange auf Tour.Das hat sich etwas abgenutzt. Diese Platte hätte ich ihm nicht mehr zugetraut. Kein Ausfall und viele Highlights. Da freue ich mich auf den Oldenburger Termin. Das neue Album kann er gerne komplett runterspielen.


    Einen Tag später spielt übrigens Wake Woods in Bremen. Eine tolle Newcomerband. Wenn ich nicht zu kaputt bin, gehe ich da auch noch hin.

    Bei bluesrockreview. com kann man in einen Song reinhören. Was das neue Material betrifft, habe ich mit ihr abgeschlossen, höre auch nur die von dir beschriebenen Scheiben.


    Der neue Song von David Knowles ist klasse. Kann man auch auf der Seite reinhören. Hitpotenzial!

    120 restlos begeisterte Musikfreunde wippten und tanzten ausgelassen zur zweiten Zugabe „La Grange“ von ZZ Top. Spätestens jetzt war die Stimmung in der Gast- und KULTurstätte „Die Tränke“ auf dem Siedepunkt. Das haben sich die Mannen von Hot‘n‘Nasty in über zwei Stunden Spielzeit mit ihrem schweißtreibenden und energiegeladenen Auftritt redlich verdient. Die Band aus dem Ruhrpott zählt zur ersten Liga der deutschen Bluesbands und packte im Verlauf ihrer Show einen bunten Strauß von Blues- und Rocksongs aus. Darunter waren brettharte Songs wie „Damned to ride“, gefolgt von der hervorragend arrangierten Coverversion „Fool for your stockings“, die in einer wilden Jamsession endete. Aber die Band verstand es auch Druck und Tempo rauszunehmen. Bei der Ballade „Almost like you here“ brillierte besonders Robert Collins mit seiner Reibeisenstimme. Dieser Titel entfaltet Suchtpotenzial und wird auf dem in Kürze erscheinenden neuen Albums vertreten sein. Auch die übrigen Bandmitglieder sind allesamt Einzelkönner. Malte Triebsch kreierte mit seinem Fußpedalensemble gekonnte Gitarreneffekte, streute gerne den Texas Shuffle à la Stevie Ray Vaughan ein oder stülpte sich das Bottleneck über, um ein fast 10-minutiges Slidefeuerwerk abzubrennen. Dominique Ehlert erinnerte mit seinem Schlagzeugspiel an den legendären Buddy Rich. Mit höchster Geschwindigkeit und maximaler Power drosch er auf sein Drumset ein und sorgte für offene Münder bei den Besuchern. Jakob Müller hielt die Rhythmussektion mit seinem feinem Bassspiel zusammen und begeisterte das Publikum in einer ausgedehnten Solopassage.
    Ein ganz großer Auftritt von Hot’n‘Nasty, hoffentlich bald wieder in der Tränke!